
Dieses Buch verdeutlicht den fatalen Zusammenhang von Beschämung und Gewalt: In der ohnmächtigen Phase seiner ersten Lebensmonate erlebt ein menschliches Wesen Missachtung und mangelnde Fürsorge als Beschämung der eigenen Existenz. Sich abgelehnt, unbedeutend oder benutzt zu fühlen, wird zur Ur-Erfahrung von Gewalt, die ihrerseits Gewalt auslöst, um die eigene Todesangst nicht mehr spüren zu müssen.
Zwischen Anpassung und Widerstand, Dienen und Herrschen, Depression und Aggression gibt es verschiedene Wege, sich selbst und andere zu unterdrücken oder zu zerstören und so das Trauma der Existenzscham von sich abzuspalten. Zugleich sehnen wir uns danach, den zwanghaften Kreislauf der Gewalt dauerhaft zu überwinden: In einer mitfühlend zugewandten und solidarischen Gemeinschaft kann die beschämte Existenz ihr Trauma schöpferisch verwandeln und ihr Dasein (wieder) als einzigartiges Geschenk an die Welt erleben.
Mit vielen Filmbeispielen – passend zum Thema des Buches
